Wir als Betroffene, möchten die Erkrankung, bekannter machen und uns gegenseitig unterstützen und Informieren.
Ich selbst war als Kind Schlank, Gewichtszunahme fing mit 10/11 Jahren bei mir an. Von den Menschen im Umkreis und von den Ärzten, wurde immer gesagt: Iss weniger und beweg dich mehr. Dabei habe ich das immer gemacht.
Mit 16/17 Jahren (1999 war ich bei über 100 Kilo. Nach jeder Schwangerschaft wurde es ein wenig mehr. Zwischen den Schwangerschaften hielt ich mein Gewicht. Zwischen den Schwangerschaften lagen je ca. 6 Jahre.
Dann wurde mir zur Verhütung mit der drei Monatsspritze geraten (2011). Darunter bekam ich meine Periode nicht mehr und das Gewicht blieb stehen.
2019 hatte ich jede Menge Stress, war ausgelaugt, müde und Kraftlos.
Alle Blutbilder, die ich in den Jahren zuvor gemacht habe, waren immer in Ordnung.
Kein Diabetes, keine Probleme mit Schilddrüse, kein Bluthochdruck, Herzen oder sonstigem. Cortisol, Cholesterin usw. alles bestens. Ich war nur schwer adipös.
Alle Diäten waren, soweit erfolgreich, bis der Jo-Jo- Effekt zuschlug.
Dann ging es wieder dahin, wo der Anfang stand. Aber nicht höher.
Dann 2020 habe ich es nochmal mit Ernährungsberatung versucht, in all den Jahren des Kampfes mit der Adipositas, habe ich mir doofe Essgewohnheiten angewöhnt. Diese haben wir in Angriff genommen. Das funktionierte auch, aber sobald ich nicht drauf achtete, kam es wieder und stand da, wo es vorher stand. Wenn man bedenkt, dass es mir so seit Kindheit geht, kann man auch von einem Essgestörtem verhalten sprechen. Zeitgleich verschrieb mir der Hausarzt Tabletten gegen Wasser in den Beinen.
Anfang 2023 stellte der Hausarzt Lipödem/Lymphödem fest.
Da ich bei ihm war, weil kaum noch was ohne extreme Schmerzen ging.
5 min. auf der gleichen Stelle stehen ging nicht, am stück 10 min laufen? War der Horror. Selbst kleine Dinge wie Haare föhnen, sind der Horror.
Seit 2019 halte ich, mal mehr mal weniger, aber immer hoch bis zum selben vorherigen Gewicht.
Ich bin dann zur Gefäßchirurgie und mit dem Bericht von dort zurück zu meiner Ehemaligen Hausärztin. Seitdem bekomme ich regelmäßig Lymphdrainage und Kompressionstherapie. Dieses hilft mir den Alltag zu bewältigen.
Unerkannt kann das Lipödem also ins Lymphödem mit über gehen, kann es bei Adipositas auch.
Wenn wir Fotos schauen, können wir in meinem Fall davon sprechen, dass es 31 Jahre gebraucht, hat bis zur richtigen Diagnose.
Ich habe Mittlerweile Pflegegrad 2 und Schwerbehinderung 50%.
Ich war anfangs so überwältigt, erschlagen, traurig und wütend also suchte ich mir Hilfe.
Diese fand ich bei vielen großartigen Menschen in der Lipödem Community.
Ich fühlte mich so allein, mit der Diagnose. Aber das bin ich gar nicht. Das ist keiner!!!!
Ich habe dann im März 2024 einen Lipödem Stammtisch hier in Wesel, ins Leben gerufen. Der lief so super, da haben wir beschlossen eine Selbsthilfe Gruppe zu werden. Uns gib es jetzt seit Juli 2024.
Wir sind mittlerweile 21 Mitglieder, es ist so schön, zu sehen das wir nicht allein sind. Klar wünsche ich niemanden diese Erkrankung, aber wir sind gemeinsam Stark. Lasst uns gemeinsam stark sein, niemanden allein lassen und Aufklären.
Eure Doro
